Arbeit und Wirtschaft
Ein zentraler Punkt in der christlichen Soziallehre ist das Verständnis der Arbeit und das damit verbundene Wirtschaftsverständnis. Daraus ergeben sich das Staatsverständnis und die daraus wachsenden Aufgaben für den Staat.
Folgende spezielle Aussagen aus der christlichen Soziallehre prägen unser Gedankengut und somit unser politisches Handeln. Die Auswahl der Zitate ist aus „Populorum progressio" und „Quadragesimo anno".
„...Ebenso bleibt wahr, das Arbeit zum Menschen gehört."
Darunter verstehen wir, dass der Mensch durch Arbeit sein Leben selber bestreitet, in den Austausch mit andern Menschen kommt und die Gemeinschaften mitprägt. Er erhält dadurch Würde, Lebenssinn und soziale Kontakte. Arbeit aller Art gehört zu einem menschenwürdigen Leben.
„Das Streben nach dem Notwendigen ist rechtens und die Arbeit, es zu beschaffen, ist Pflicht. Wer nicht arbeiten will soll auch nicht essen."
Darunter verstehen wir, dass Arbeiten, Wirtschaften und Geldverdienen nichts Unmoralisches und der Mensch im Prinzip für seinen Lebensunterhalt selber verantwortlich ist. Wer diese Verantwortung nicht wahrhaben will, hat von der Gemeinschaft nur das absolute Minimum zugute. Braucht ein Mensch die Solidarität für das Bestreiten seines Lebensunterhalts, ist er im Rahmen seiner Möglichkeiten verpflichtet, eine Gegenleistung an die Gesellschaft zu erbringen.
„Es ist nicht möglich, die Wirtschaft vom Menschlichen zu trennen."
Darunter verstehen wir, dass die Wirtschaft in sich kein eigenständiges Leben führt. Unter Wirtschaft ist die Organisationsform zu verstehen, in der der Austausch von Gütern, Dienstleistungen etc. zur Deckung der menschlichen Bedürfnisse organisiert ist. Wirtschaft hat somit immer dem Menschen zu dienen und hat keinen Selbstzweck.
„Das Gesellschaftsleben würde ganz und gar unförmig, wenn sich der Staat mit allen Aufgaben belüde. Als oberster sozialphilosophischer Grundsatz gilt daher das Subsidiaritätsprinzip."
Darunter verstehen wir den Aufbau der Gesellschaft von unten nach oben und das Sicherstellen der gesellschaftlichen Pluralität.
„Wird die Welt dem Spiel der Kräfte überlassen, führt dies zu Missverhältnissen im Lebensstandard."
Darunter verstehen wir die Einsicht, dass das Wirtschaften auf dieser Welt oftmals nicht zwischen Menschen und Organisationen, die die gleichen Möglichkeiten haben, statt findet. Die Folge davon ist ein Ungleichgewicht der Kräfte im wirtschaftlichen Handeln. Wirtschaften braucht somit immer Regeln und das Durchsetzen dieser Regeln.
„Man darf es nicht darauf ankommen lassen, dass der Reichtum der Reichen und die Stärke der Starken noch grösser werden, indem man die Armut der Armen und das Unterdrücktsein der Unterdrückten verewigt. Es braucht Programme, die die Aktionen der Einzelnen und der Zwischenorganisationen aufeinander abstimmen, ergänzen und so zu einer Einheit führen. Dies ist Sache des Staates."
Darunter verstehen wir die Aufgabe des Staats, nicht nur für die Existenz der Menschen zu sorgen, sondern durch Massnahmen den Menschen die Möglichkeit zu geben, ihre Lebenssituation selber zu verbessern.
„Wahre Entwicklung muss den ganzen Menschen und die ganze Menschheit im Auge behalten."
Darunter verstehen wir, dass nicht nur das wirtschaftliche Tun des Menschen im Vordergrund steht, sondern dass die Menschen in Würde leben können und eine Perspektive für ihre persönliche Entfaltung brauchen.
Nachhaltigkeit
Darunter verstehen wir die Einsicht, dass unsere Lebensgestaltung und das wirtschaftliche Tun generationsübergreifend bestehen müssen.
